Zum Ende der Reformatio
Herausgeber und Redaktion, 16.12.2009
Ende 2009 wird unsere Zeitschrift beim Abschluss ihres 58. Jahrgangs eingestellt. Der Vorstand des Vereins Reformatio als Herausgeber und die Redaktion haben gemeinsam so entschieden. Drei Gründe sind es, die dieses Ende unausweichlich machen. Erstens verliert die Reformatio seit langem stetig bei den Abonnementen. Trotz zahlreicher Versuche ist es nur in bescheidenem Ausmass gelungen, neue Abonnentinnen und Abonnnenten zu gewinnen; sie haben die vor allem altersbedingten Abo-Kündigungen bei weitem nicht ausgeglichen. Zweitens gelang die angestrebte Erneuerung und Verjüngung der Redaktion zwar ansatzweise, brachte aber nicht die notwendige Entlastung langjähriger Redaktionsmitglieder. Die publizistische Freiwilligenarbeit, von der die Reformatio weitgehend lebt, ist in der geforderten kontinuierlichen Art für Nachrückende aus beruflichen und familiären Gründen kaum zu leisten. Und drittens reichen die finanziellen Ressourcen nicht, um die Redaktionstätigkeit in Form von Anstellungsverhältnissen zu sichern.
Neben der Reformatio verschwinden gegenwärtig auch andere ähnliche Titel. Anspruchsvolle Periodika dieser Art haben ihre Zeit gehabt. Die Reformatio verstand sich als generalistische Zeitschrift, die vor dem Hintergrund eines aufgeklärten Protestantismus sich mit Kultur, Politik und Religion befasst. Dieses Programm und der damit verbundene Stil werden in Zukunft fehlen. Wer die Reformatio gelesen hat, wird dies ebenso sehr bedauern wie diejenigen, die sie gemacht, herausgegeben oder gefördert haben.
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